Waldrand - wertvoller Lebensraum

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Der Waldrand bildet die Nahtstelle zwischen sehr unterschiedlichen Lebensräumen. Schätzungsweise 2'000 Pflanzenarten und gegen 20’000 Tierarten sind im Wald beheimatet, das sind rund 70 Prozent aller in der Schweiz vorkommenden Arten, die restlichen kommen im Freiland vor. Eine nicht zu unterschätzende Zahl lebt aber nicht ausschliesslich im Wald oder im Offenland, sondern bevorzugt sonnige bis halbschattige Biotope – Übergangs- oder Grenzräume eben. Waldrandzonen sind daher, sofern sie natürlich zusammengesetzt sind, als biologisch äusserst vielfältige Verbundlebensräume einzustufen. Sie bieten Nektar, Pollen oder Früchte, die sonst kaum mehr zu finden sind. Haselmaus, Grünspecht, Neuntöter, Zauneidechse, Zipfelfalter oder auch der Kaisermantel sind typische Waldrandbewohner. Viele auch für die Landwirtschaft nützliche Insekten oder Spinnen überwintern am Waldrand. Hier ist eine besonders hohe Dichte an Pflanzen- und Tierarten anzutreffen, die in der übrigen, intensiv genutzten Kulturlandschaft mehr und mehr in Bedrängnis geraten.

Struktur und Bewegungsfreiheit ist entscheidend


Vertikal und horizontal strukturierte Waldsäume mit vielen verschiedenen Gehölzen sind optimal, denn sie verzahnen den Wald mit dem Freiland und machen so die ökologische Grenzlinie des Waldrandes vielseitig nutzbar und durchlässig. Besonders wertvolle Strukturelemente sind auch Ast-, Reisig- und Steinhaufen. Puffer- oder Offenlandstreifen entlang der Waldränder verschaffen zudem Tieren aller Art genügend Raum für die Futtersuche und die für die Arterhaltung notwendige Bewegungsfreiheit. Zum Beispiel kann die heute noch verbreitet vorkommende Zauneidechse nur überleben, wenn sie neben dem Waldrand auch einen Magerwiesenstreifen nutzen kann.

Immerhin 6'000 Kilometer

Nur schon quantitativ gesehen ist die Bedeutung des Waldrandes nicht zu unterschätzen: Die Waldrandlänge im Kanton misst rund 6000 Kilometer. Etwa 1600 Kilometer dürfen aufgrund der Lage und des Naturschutzpotenzials als besonders wertvoll eingestuft werden. Etwa 310 Kilometer konnten übrigens in den letzten fünf Jahren mit Fördermitteln aus der Abteilung Wald gezielt gepflegt werden. Mit den Eingriffen wird die Durchlässigkeit und die Stufigkeit verbessert. Dies schafft Raum für Beerensträucher, Dornbuschhecken oder Bodenblütenpflanzen, die sonst selten sind oder fehlen. Waldränder übernehmen aber nicht nur eine wichtige Vernetzungsfunktion zwischen Wald und offenem Land, sondern verbessern auch die Widerstandsfähigkeit des Waldes gegen Sturmschäden.

 

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