Mitteilung der Holzmarktkommission Ostschweiz vom 18. September 2019

Grosser Anfall von Borkenkäferholz fordert Waldeigentümer, Forstbetriebe und Sägewerke heraus.
Bauen mit Käferholz hilft dem Wald, den Sägern und dem Klima

Die Marktpartner der Waldwirtschaft und Holzindustrie trafen sich am 5. September anlässlich der Ostschweizer Marktgespräche in Winterthur und tauschten sich bei der gegenwärtig schwierigen Holzmarktlage aus. Aufgrund der grossen Käfer- und Schadholzmengen, welche europaweit anfallen, ist der Rundholzmarkt, aber auch der Restholzmarkt im In- und Ausland stark unter Druck. Dieser Druck schlägt zusammen mit einem schwächer werdenden Euro auch immer mehr auf den Schnittholzpreis durch. Angebot und Nachfrage bewegen sich immer weiter auseinander.

Über 200'000 Kubikmeter Käferholz in der Ostschweiz

Gemäss Erhebungen der Waldwirtschaft sind in der Ostschweiz seit dem Sommer über 220'000 Festmeter Käferholz angefallen. Im Kanton St. Gallen sind die Schäden mit rund 12% einer jährlichen Nutzung noch am geringsten. Für die Kantone Thurgau und Schaffhausen liegen die Werte bei 35-40%. Am schwersten betroffen ist der Kanton Zürich. Hier hat der Käfer in den letzten drei Monaten bereits 50% einer normalen jährlichen Nadelholznutzung vernichtet. Seit circa zwei Wochen ist die 2. Generation der Borkenkäfer im Schwärmflug und wird weitere Fichtenbestände befallen. Das endgültige Ausmass der Käferschäden ist noch nicht absehbar. Die kommenden kälteren Tage und die rückläufigen Temperaturen werden die Vermehrung für dieses Jahr aber stoppen.

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Bild: Käferholzlager im Raum Zürich August 2019, Quelle: ZürichHolz AG, Wetzikon

Die Sägewerke übernehmen Käferholz soweit es möglich ist. Die Mengen übersteigen aber deren Kapazitäten. Es wird davon ausgegangen, dass ohne zusätzliche Entlastungs-Exporte nach Asien und China die Mengen nicht zeitnah abgebaut werden können. Es würde auch anders gehen, wenn Holzbauer und Architekten vermehrt auf Käferholz ausweichen würden. Denn das leicht verblaute Holz hat ausser der Verfärbung keine Nachteile. Es könnte ohne Probleme in den nicht sichtbaren Anwendungen verbaut werden.

Das Überangebot, die sinkenden Schnittholzpreise im Ausland, der schwache Euro und die getrübten Wirtschaftsaussichten veranlassen die inländischen Sägewerke, ihre Rundholzpreise auch beim dringend gesuchten Frischholz zu senken. So kann der Durchschnittspreis beim Schnittholz gesenkt werden, damit dieser wieder am ausländischen Niveau angeglichen wird. Ansonsten verlieren die Sägewerke wichtige Marktanteile und können die von der Waldwirtschaft bereitgestellten Mengen nicht vollumfänglich übernehmen.

Empfehlungen der Ostschweizer Waldwirtschaftsverbände und Holzverarbeiter

- Fichtenbestände laufend auf befallene Bäume kontrollieren
- Käferbäume, bei denen die Rinde bereits abgefallen ist und damit aus Forstschutzsicht keine Gefahr mehr darstellen, sollen unbedingt stehen gelassen werden.
- Forstschutzmassnahmen auf diejenigen Fichten legen, wo der Käfer noch im Stamm ist und mit der Ernte der Bäume beseitigt werden kann.
- Rundholz aus Käferholzschlägen sauber nach Qualität und Durchmesser in Absprache mit dem jeweiligen Holzkäufer aussortieren und direkt der Verarbeitung zuführen.
- Mit Frischholznutzung nicht zurückhalten, aber unbedingt eine absatzgerechte Holznutzung machen und nur auf klare Bestellung.
- Laubholz: Normale Menge Laubholz früh auf den Markt bringen. Buche muss bis Ende Januar auf dem Markt sein.
- Forstunternehmungen sollen aktiv in die Käferholzaufarbeitung integriert und deren Absatzmöglichkeiten genutzt werden

 

Ein nächstes Treffen der Holzmarktkommission findet am 17. Januar 2020 statt.

 

Auskünfte zu dieser Medienmitteilung sind erhältlich bei:

Wald St. Gallen & FL, Verband der Waldeigentümer, Heinz Engler, Telefon 071 375 60 90 Holzindustrie Schweiz, Regionalverband Ost, Pirmin Fischbacher, Telefon 071 931 12 62

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