Verbände der Waldeigentümer: Appenzell, Glarus, Schaffhausen, St. Gallen und Fürstentum Liechtenstein, Thurgau, Zürich
Holzindustrie Schweiz, Regionalverband Ost

Mitteilung Holzmarktkommission Ostschweiz vom 22.  Januar 2018

Holzmarkt und Rundholzpreis trotz Stürmen stabil

Situation Waldwirtschaft

Vor den Stürmen Burglind, Evi und Friederike war es ruhig auf dem Holzmarkt und die von den Waldeigentümern kommunizierte Zurückhaltung bis Jahresende wurde eingehalten. Im Privatwald wurde wenig Frischholz genutzt. Die drei erwähnten Stürme haben in der Ostschweiz vor allem Streuschäden verursacht. Es gibt einzelne Regionen mit flächigen Sturmschäden. Die Schadholzmengen in den Kantonen der Ostschweiz variieren zwischen 15 bis maximal 35% einer Jahresnutzung. Die Mengen können bei guter Absprache mit den Abnehmern im Rahmen der Normalnutzungen bewältigt werden. Geplante Normalnutzungsschläge müssen vorerst zurückgestellt werden. Erste Priorität hat nun das Aufarbeiten des Sturmholzes. Das nasse, warme Wetter behindert zurzeit die Aufarbeitung. Der anziehende Europreis und die gute Wirtschaftslage im Euroraum stärken die Ostschweizer Wertschöpfungskette Holz. Daneben sind bereits auch wieder Exporte von Nadelstammholz möglich. Diese Kanäle können allenfalls genutzt werden, um regionale Überschussmengen abzubauen.

Sollten Frühling und Sommer trocken und heiß werden, ist mit weiteren Käferschäden zu rechnen. Es muss der Ostschweizer Waldwirtschaft gelingen, die Aufrüstarbeiten in den tiefen Lagen bis Mitte März abzuschließen und die erstellten Waldlager bis im August 2018 leer zu haben. Die Industrie soll nach den Sommerferien wieder aufnahmefähig sein für mögliches Frisch- und Käferholz.

Situation Holzindustrie

Die Ostschweizer Holzindustrie wurde gut beliefert und ist zurzeit gut ausgelastet. Der Importdruck von günstigen Schnittwaren hat etwas nachgelassen und die Inlandnachfrage nach Schweizer Holz ist gut. Die Sägewerke sind optimistisch und rechnen für 2018 mit einer höheren Verarbeitungsmenge als 2017. Das Sturmholz kann übernommen werden, daneben wird mit der guten Auslastung auch die Nachfrage nach Frischholz gross bleiben. Die Sägewerke müssen weiterhin gut versorgt werden. Die Restholzpreise verharren weiter auf tiefem Niveau.

Empfehlungen

- Streuschäden rasch und konsequent aufarbeiten, um Folgeschäden zu vermeiden.

- Es gelten weiterhin die getrennten Richtpreisempfehlungen vom Oktober 2017.

- Förster, Waldeigentümer und Säger sollen die benötigen Holzmengen für die erste Jahres-hälfte 2018 möglichst genau und rasch festlegen.

- Frischholz soll nur nach vorheriger Absprache mit dem Abnehmer aufgerüstet werden.

- Laubholz: Sofort aufrüsten und bis spätestens Ende Februar zum Verkauf anmelden.

- Industrieholz und Energieholz aufrüsten und getrennt lagern.

- Holz bis spätestens Ende August 2018 aus dem Wald abführen.

- Privatwald: Gefährliche Holzerntearbeiten unbedingt von Profis ausführen lassen.

 

Die Holzmarktkommission trifft sich am 28. Juni 2018 zu einer nächsten Beurteilung der Lage.

Auskünfte zu dieser Medienmitteilung sind erhältlich bei:

Wald St. Gallen & FL, Verband der Waldeigentümer, Heinz Engler, Telefon 071 375 60 90

Holzindustrie Schweiz, Regionalverband Ost, Urban Jung, Telefon 079 448 84 66

© 2019, WaldZürich, VZF, Redaktion Zürcher Wald, Abt. Wald