Holzmarktbericht Nr. 2 vom 19. März 2018

News Schweiz 

Stabile Preise – Die im Januar angefallenen Holzmengen vom Sturm Burglind und Friederike haben nur wenig Auswirkung auf die Holzpreise. In der Schweiz sind nach bisherigen Schätzungen rund 1.5 Mio. Fm Sturmholz angefallen, dies ist etwa 20 % einer normalen Jahresnutzung. In ganz Europa ist der Holzbedarf derzeit sehr hoch. Daher werden die Holzpreise bis auf weiteres stabil bleiben. Dass die Sturmschäden im angrenzenden Ausland ebenfalls überschaubar sind hilft zusätzlich für ein stabiles Preisgefüge.

 

Borkenkäferbefall in der Schweiz nimmt deutlich zu - In der Schweiz fielen im vergangenen Jahr 320.000 Fm Fichten-Schadholz aufgrund Borkenkäferbefalls an. Das Niveau liegt damit drei- bis viermal über dem der Jahre 2008 bis 2012. Dies ergab die jährliche Umfrage von Waldschutz Schweiz an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Schäden durch Stürme, Schneedruck sowie sommerliche Hitze- und Trockenperioden schwächten viele Fichtenbestände und machten sie somit anfällig für den Käferbefall, dies vor allem auf der Alpensüdseite, in Teilen Graubündens und in den Tieflagen des Schweizerischen Mittellandes. Ab kommendem Frühjahr vermehrt durchgeführte Kontrollgänge durch das lokale Forstpersonal sollen helfen, neuen Stehendbefall frühzeitig zu erkennen.  

Finanzen Schweiz - Europa – International

Die EZB hält den Leitzins weiterhin bei 0.00% und bestätigte am Zinsmeeting die Weiterführung des monatlichen Anleihekaufprogramms bis Ende September. Das Statement erscheint insgesamt leicht verändert und mit einer weniger expansiven geldpolitischen Haltung im Vergleich zur letzten Zinssitzung. Bei der FED trifft man sich nächste Woche. Bei dem Termin wird ein Zinsschritt erwartet. Der neue FED-Chef scheint sich insgesamt am geldpolitischen Kurs seiner Vorgängerin zu orientieren. In seinem ersten offiziellen Auftritt bekräftigte er die Stabilisierung der amerikanischen Wirtschaft. Der Arbeitsmarktbericht vom März und das US-Beige Book bestätigen diese Einschätzung zusätzlich. Insgesamt ist von weiterhin graduellen Leitzinserhöhungen im Jahresverlauf auszugehen. Viele Ökonomen sind sich einig: Das Staatsdefizit der USA ist die Achillesferse der gegenwärtigen US-Politik und auch ein Risiko für die Finanzmärkte weltweit. Der langfristige Zinsausblick sei wegen der Schuldenpolitik der Regierung Trump unsicherer geworden. Denn wie rasch die US-Zinsen steigen werden, dürfte je länger je mehr auch von den Nebenwirkungen von "America First" abhängen.

Internationale Holzmärkte

Österreich: Die Österreichische Holzindustrie expandiert im Ausland – Seit dem Jahr 2015 kam es europaweit zu mindestens zehn Akquisitionen, bei denen österreichische Unternehmen aus der Säge- und Leimholzindustrie als Investoren aufgetreten sind. Hauptakteure waren in den vergangenen drei Jahren vor allem die Binderholz-Gruppe und die Hasslacher-Gruppe, mit jeweils fünf bzw. zwei Übernahmen. Darüber hinaus kam es durch die Mayr-Melnhof Holding AG, die Pfeifer Group und Schweighofer-Gruppe zu je einer Übernahme. Schwerpunkt der Übernahmen war mit Abstand Deutschland, wo seit August 2015 insgesamt sechs grosse Transaktionen stattgefunden haben, bei denen neun Einzelunternehmen an österreichische Betriebe verkauft wurden.  In Finnland wurden von Binderholz drei Betriebe übernommen. Produkteseitig bezogen sich die Übernahmen im wesentlichen auf Säge- und Holbelwerksunternehmen sowie auf Hersteller von Leimholzprodukten. Marktteilnehmer rechnen damit, dass es auch in diesem Jahr weitere Übernahmen deutscher Unternehmen durch Investoren aus Österreich geben könnte. 

Österreich Lenzing steigert Umsatz - Die Lenzing AG aus dem österreichischen Lenzing hat im vergangenen Jahr 942.000 t (Buche)Fasern verkauft und den Umsatz um 5,9% auf 2,26 Mrd. Euro gesteigert. Das Betriebsergebnis (Ebit) erhöhte sich um 25,2% auf 371 Mio. Euro. 2017 war damit das erfolgreichste Geschäftsjahr in der Unternehmensgeschichte. Lenzing will den Anteil der Spezialfasern am Gesamtumsatz bis 2020 auf 50% zu steigern. Derzeit baut das Unternehmen seine Kapazität in Heiligenkreuz (Österreich) aus, baut eine Neuanlage in Mobile, Alabama (USA) und will in Thailand investieren.

3,5 Mio. Fm Schadholz durch Borkenkäfer - Borkenkäfer verursachten 2017 in Österreich eine Schadholzmenge von 3,5 Mio. Fm. Das ist die größte Menge seit Beginn der Meldungen durch die Bezirksforstinspektionen. Gekennzeichnet war die Waldschutzsituation 2017 neuerlich durch Witterungsextreme, überdurchschnittliche Temperaturen, zeitliche und regionale Trockenheit sowie hohen Anfall von Kalamitätsholz, verursacht durch Stürme. Der Großteil der gesamten Borkenkäferschäden wurde durch den Buchdrucker verursacht (rund 3,0 Mio. Fm), die Zunahme betrug rund 38%. An Kiefer (Pinus sylvestris L.) traten auffällig vermehrt Kiefernborkenkäfer auf.

Deutschland Mittel- und Ostdeutschland - bereits sind mehrere 100‘000 Fm Sturmholz unter Vertrag. Im Nachgang zu den Winterstürmen Burglind und Friederike ist es Anfang März zu zahlreichen Vorvertragsabschlüssen  über Sturmholzlieferungen gekommen. Darüber hinaus kam es auch zu Mischverträgen über kombinierte Lieferungen von Frisch- und Sturmholz sowie zu Verträgen, die sich auf Sturmholzmengen beziehen welche vorerst in Nass- und Trockenlager  verbracht werden. Die Laufzeiten der Verträge reichen dabei von wenigen Wochen bis hin zu einzelnen Jahresverträgen. Die Aussagen über Fichtenstammholzpreise aus Windwürfen schwanken im Leitsortiment L1 2b BC in einem breiten Rahmen zwischen 75 Euro und 85 Euro/Fm ab Waldstrasse.

Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen lassen 44 To bei der Rundholzabfuhr zu. Zur Bewältigung des Windwurfanfalls im Land haben die Verkehrsministerien die Rundholztransporte mit einem Zuggesamtgewicht von 44 To bewilligt. Die Regelung gilt nur für Säge- und Industrieholztransporte von den windwurfgebieten zu zentralen Lager- und Umschlagplätzen bzw. zu holzverarbeitenden Betrieben. Der Erlass ist befristet bis 30. Juni 2018.

Nadelstarkholz auch in Deutschland ein Thema. In Nordwestdeutschland, stehen 65 Mio. Fm Nadelstarkholz. Das meiste davon – zumindest Fichte und Föhre sind reif für die Nutzung. Zuwarten macht nicht reicher, es ist eher mit Wertminderung zu rechnen. Seit 2002 sind Starkholzvorräte deutlich gestiegen. Das waldbauliche Konzept für die Nutzung vom starkem Nadelholz ist erprobt. Es bleibt die Herausforderung für die Vermarktung – Verkaufen und nicht verschenken. Hier ist ein unternehmerischer Geist in der Industrie gefragt – die Technologie ist längst vorhanden. Wie viel Nadelstarkholz muss also erst die Grossregion verlassen bis sich etwas bewegt?  (ähnliche Problemstellung in der Schweiz). 

Frankreich: Eichenpreise haben weiter zugelegt. Im vierten Quartal 2017 hat sich der seit 2013 abgezeichnete Preisanstieg im Bereich des Französischen Staatswaldes ungebremst fortgesetzt. Dabei betroffen sind die Preiserhöhungen für Stockpreise und die Preise für eingeschlagenes Eichenstammholz. Nachgegeben haben im vergangenen Jahr die Preise für stehendes Buchen-Fichten- und Kiefernrundholz.

Schweden – Finnland – Norwegen – Dänemark: Schneebruch verursacht in Finnland 1 Mio m³ Schadholz - Bei den für die finnischen Privatwaldbesitzer zuständigen Behörden und Beratungsorganisationen wird mit nennenswerten Schneebruchschäden gerechnet. Derzeit wird davon ausgegangen, dass besonders in den Wäldern in den Regionen Kainuu, Nordkarelien und Kuhmo bis zu 1 Mio m³ Kalamitätsholz angefallen sein könnten. Hierbei handelt es sich vielfach um Kiefernwälder in einer Höhe von über 200 m ü. NN. Da die Erhebungen aber noch nicht abgeschlossen sind und im Verlauf des Frühjahrs und Sommers unter anderem durch Befliegungen und anschliessend die Auswertung von Satellitenbildern weitergeführt werden sollen, kann sich die bisherige Mengenschätzung noch erhöhen. Basierend auf diesen Erhebungen wird den betroffenen Waldbesitzern entsprechendes Kartenmaterial zur Verfügung gestellt. Von den Behörden werden die Waldbesitzer darauf hingewiesen, dass aus Forstschutzgründen, ab einer Schadholzmenge von 20 m³/ha Nadelholz bzw. im Fall von beschädigten Fichten im Umfang von 10 m³/ha gemäß dem Forest Damage Act die Verpflichtung zur Aufarbeitung bis Ende Juli besteht.

Balkan, östliches Europa: Illegaler Holzeinschlag in Rumänien stagniert 2017 - Der illegale Holzeinschlag im rumänischen Staatswald stagnierte 2017 gegenüber dem Vorjahr auf dem Niveau von knapp 48‘000 Fm. 2015 betrug das Volumen noch rund 57‘000 Fm. Bei knapp 91‘000 Kontrollen stellte die Staatliche Forstverwaltung  1.546 einschlägige Straftaten und 12‘197 Ordnungswidrigkeiten fest. Dabei wurden Bußgelder von insgesamt 26,1 Mio. Ron (rund 5,8 Mio. Euro) verhängt und rund 21‘700 Fm Holz sowie 5‘900 Weihnachtsbäume beschlagnahmt. 358 Kontrollen führte die Forstverwaltung zudem in Holzverarbeitungsbetrieben durch, wobei 74 Forstdelikte aufgedeckt wurden. Dabei wurden Geldstrafen in Höhe von 492‘000 Ron (rund 109‘600 Euro) verhängt und 4‘380 Fm Holz beschlagnahmt.

Holzmarkt Schweiz - Ostschweiz – Aussichten und Empfehlungen

Die im Januar angefallenen Holzmengen vom Sturm Burglind und Friederike kommen nach den Eistagen im Februar nun zügig auf den Markt. Die Angst vor dem Borkenkäfer treibt die Hektik der Förster und Waldbesitzer wie alle Jahre wieder in die Höhe. Viele Sägewerke werden nun kurzfristig mit Holz überschwemmt. Jetzt zeigt sich einmal mehr, wer als zuverlässiger Lieferant das ganze Jahr hindurch liefert, kann diese Holzmengen auch jetzt anliefern. Wald und Forst sind dringend aufgerufen sich etwas flexibler zu zeigen – die Industrie braucht über das ganz Jahr verteilt gleich viel Holz, Lagerplätze in den Werken sind nur bedingt oder beschränkt vorhanden. Das heisst, grosse Polter anlegen und bei Bedarf oder Verlangen Holzschutz anbringen. Verschiedene Werke legen auf diese Weise ihr Sommerlager an und übernehmen das Holz ab Waldstrasse. Die Hektik des Waldes zeigt sich auch bei den Wagonbestellungen bei SBB Cargo. Die kurzfristig abgeschlossenen Lieferverträge mit österreichischen Sägewerken haben bereits jetzt zu Lieferschwierigkeiten bei den  Wagons geführt. Fast alle Wagons sind ausgebucht, sind im In- und Ausland unterwegs und kommen zum Teil nur verzögert zurück.  Da die Schweizer Sägewerke weiterhin eine sehr gute Auslastung melden, wird sich die Marktlage für das Waldholz schnell wieder beruhigen. Panikverkäufe sind also sicher fehl am Platz. Die Preise sind wie oben erwähnt stabil und bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres.

Beim Laubrundholz ist bis Data trotz oder wegen den Winterstürmen weniger Holz als in anderen Jahren auf den Markt gekommen. Die  Förster und Waldbesitzer sind aufgerufen, Laubhölzer wie Buche und Ahorn in den nächsten Wochen zur Abfuhr bereit zu melden. Späte Lieferungen werden meist mit tiefen und pauschalen Einheitspreisen bezahlt.

Borkenkäfer – Waldbesitzer und Förster sind aufgerufen ab dem kommenden Frühling Vermehrte Kontrollen in ihren Waldbeständen auszuführen um damit einen neuen Stehendbefall frühzeitig zu erkennen.

Bedarfs-Aussichten für das zweite Quartal 2018

• Fichten/Tannen-Rundholz - Bedarf gut, Abfuhr nach Kontingenten
• Lärchen-Rundholz - Bedarf sehr gut
• Eschen Rundholz BC  > 25 cm - Bedarf sehr gut, auch über den Sommer
• Buchen Rundholz BC > 40 cm -Übernahmen bis Ende April
• Ahorn Rundholz und a. LB BC > 30 cm-Übernahmen bis Mitte März
• Schleifholz -Bedarf sehr gut
• Industrieholz - Bedarf gut - Abfluss kontingentiert
• Energieholz Aubrugg - Übernahme gem. Disposition HHKW

Empfehlung  

- Zum Verkauf bereit liegendes Holz sofort melden und auf den Verkauf bringen. Vor allem Buchenrundholz ist möglichst schnell auf den Markt zu bringen. Die Erfahrung zeigt es, im Frühling wird es schwierig dieses Sortiment zu guten Preisen abzusetzen.

- Aufrüstungsbestimmungen beachten, sauber aufrüsten und sortieren. Schöne Sortimente sind von den Massensortimenten getrennt zu lagern.

- Auf ihren Wunsch erstellt die ZürichHolz AG für sie eine Sortimentsliste

- Wenn das Holz nicht in Grosssägewerke geliefert wird, ist eine Holzliste zu erstellen. Holzlisten ermöglichen vor allem bei Kleinpoltern eine genaue Mass- und Qualitätsermittlung und damit auch eine schnelle Verrechnung, bzw. Abrechnung und Auszahlung an den Waldbesitzer.

- Aus Kontrollzwecken - bei Poltern für Werksvermessung immer Stückzahlen angeben

- Holz über ZürichHolz AG vermarkten  –  So verhelfen sie dem Wald zu einer besseren Marktposition.

 

Einzelheiten zu den Sortimenten, Preisen und andere Fragen zur Aufrüstung und Vermarktung bitte auf der Geschäftsstelle nachfragen, oder auf unserer Homepage einsehen. Die ZürichHolz AG hat die verschiedensten Absatzkanäle für sämtliche Waldsortimente. Gerne sind wir für sie da und beraten Sie auch in ihrem Holzschlag.  

© ZürichHolz AG, 19. März 2018

© 2018, WaldZürich, VZF, Redaktion Zürcher Wald, Abt. Wald