Holzmarktbericht Nr. 4 vom 22. Juli 2019

Finanzen Schweiz - Europa – International

Lagebeurteilung der SNB vom 13.06.2019. Die SNB hält die expansive Geldpolitik vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Preis- und Konjunkturentwicklung weiterhin nötig. Der Franken ist handelsgewichtet etwas stärker als im März und bleibt hoch bewertet. Die Lage am Devisenmarkt zeigt sich nach wie vor fragil. Der Negativzins sowie die Bereitschaft der SNB , bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, sind unverändert notwendig, um die Attraktivität von Anlagen in Franken tief zu halten und damit den Druck auf den Franken zu verringern. Die neue, bedingte Inflationsprognose liegt für die kurze Frist leicht höher als noch im März 2019.

Wirtschaftsaussichten für die Schweiz - In der Schweiz belebte sich die Wirtschaftsdynamik zu Beginn des Jahres. Das BIP nahm im ersten Quartal gemäss erster Schätzung um 2,3% zu. Das Wachstum war in den Branchen breit abgestützt. Der Arbeitsmarkt entwickelte sich ebenfalls positiv. Die Beschäftigung nahm weiter zu, und die Arbeitslosenquote blieb auf tiefem Niveau stabil. Insgesamt waren die Produktionskapazitäten der Schweizer Wirtschaft gut ausgelastet. Was die Entwicklungen im zweiten Quartal und in den weiteren Monaten angeht, zeichnen Umfragen zurzeit ein gemischtes Bild. Insgesamt deuten sie aber auf eine weiterhin günstige Dynamik hin. Selbst im verarbeitenden Gewerbe, das von der globalen Industrieschwäche am direktesten betroffen sein dürfte, wird eine weitere Verbesserung der Geschäftslage erwartet. Zuversichtlich stimmt auch, dass die Investitions-und Rekrutierungspläne der Unternehmen positiv bleiben. Vor diesem Hintergrund rechnen wir für 2019 unverändert mit einem Wirtschaftswachstum von rund 1,5%. Die Risiken für dieses Szenario bleiben, ähnlich wie beim Szenario für die Weltwirtschaft, nach unten gerichtet. Insbesondere würde sich eine unerwartet starke Abschwächung der internationalen Wirtschaft rasch auf die Schweiz übertragen.

USA-China - Der Handelskrieg zwischen den USA und China geht zwar nicht spurlos an der chinesischen Wirtschaft vorbei. Doch die Folgen halten sich bislang in Grenzen. So ist das Bruttoinlandprodukt im Reich der Mitte im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 6,2 Prozent gewachsen. Weiterhin bleibt China gegenüber der amerikanischen Handelspolitik exponiert. In den USA hat die Industrieproduktion im Juni im Vergleich zum Vormonat stagniert, wie die US-Notenbank mitteilte. Analysten hatten mit dieser Entwicklung gerechnet. Im Mai war die Produktion noch um 0,4 Prozent gestiegen. Derweil deutet der Empire-State-Index darauf hin, dass sich die Industriestimmung aufhellt.

Europa – In der Eurozone haben die Industrieunternehmen im Mai mehr produziert. Die Herstellung legte im gesamten Währungsgebiet im Vergleich zum Vormonat konkret um 0,9 Prozent zu, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Der Anstieg folgt auf zwei Dämpfer in dem Monaten März und April sowie auf eine Stagnation im Februar. Mit Blick auf die einzelnen Länder fällt Frankreich mit einem Plus von 2,1 Prozent auf, während Deutschland mit +0,7 Prozent vergleichsweise schwach abgeschnitten hat. Ein Grund könnte sein, dass der Anteil der Auto- und Maschinenindustrie in Frankreich viel geringer ist als in Deutschland. In diesem Bereich läuft es seit einigen Monaten nicht rund.   Internationales Deutschland-Waldbesitzer begrüssen Vorstoss von Ministerin Klöckner – Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat ein «Mehrere-Millionen-Bäume-Programm» vorgeschlagen, um den Verlust von insgesamt 110‘000 ha Wald aus den verheerenden Folgen von Sturm, Dürre und Schädlingsbefall der Jahre 2018 und 2019 auszugleichen. Die Finanzierung, so die Ministerin, solle aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) der Bundesregierung erfolgen. Dieser sei nach Einschätzung verschiedener Wald Verbände genau der richtige Absender für das Hilfsprogramm. «Die Funktion des Waldes für den Klimaschutz und als CO2-Speicher sind unbestritten». Diese Aussage verweist auch auf eine jüngst von der Bundesregierung vorgestellte Studie der ETH Zürich. In-sofern ist die Feststellung der Ministerin, dass der Wald die Lunge unserer Gesellschaft und ein entscheidender Klimaschützer sei, genau richtig. Man kann nur unterstreichen, dass das Pflanzen neuer Bäume im Interesse aller ist.

Aufforstung effektivste Massnahme zum Klimaschutz – Die Aufforstung von Wäldern wäre weltweit auf einer Fläche von 0,9 Mrd. ha möglich und könnte so zwei Drittel der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen aufnehmen. Dies wäre die effektivste Massnahme gegen den Klimawandel. Zu diesem Schluss kommt eine aktuell in «Science» publizierte Studie der ETH Zürich. Die Forscher berechneten, dass unter den aktuellen klimatischen Bedingungen die Erde mit rund 4,4 Mrd. ha Wald bedeckt sein könnte. Das sind 1,6 Mrd. mehr als die derzeit vorhandenen 2,8 Mrd. ha. Von diesen 1,6 Mrd. ha erfüllen 0,9 Mrd. ha das Kriterium, nicht von Menschen genutzt zu sein. Die Studie zeigt auch, wo eine Aufforstung am besten möglich wäre: Die meiste Fläche entfällt auf nur sechs Länder: Russland (151 Mio. ha), USA (103 Mio. ha), Kanada (78,4 Mio. ha), Australien (58 Mio. ha), Brasilien (49,7 Mio. ha) und China (40,2 Mio. ha). Buchen-Schadholz: Schweizer Behörden sperren Wälder – in der Schweiz haben die Behörden des Kt. Basel damit begonnen Wälder für Besucher zu sperren. Grund dafür sind absterbende Buchenbestände, wodurch die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. Die Abt. Wald beider Basel hat in den vergangenen Wochen festgestellt, dass auf 20 % der Waldfläche Streuschäden feststellbar sind, in einigen Revieren gibt es auch flächige Schäden. Schätzungen zeigen auf, dass das Schadholzaufkommen an Buche aber auch weiteren Laubholzarten wie Ahorn und Eiche den Jahreshiebsatz um ein Mehrfaches übersteigen wird. Deutschland Schadholzanfall überlastet Nadelrundholzmärkte – die Kalamitäten des vergangen Jahres, bei denen allein 2018 in Deutschland schätzungsweise rund 28 Mio fm Sturm- sowie weitere 15 Mio fm Käferholz angefallen sind, sowie ein für das laufende Jahr erwartetes, rund doppeltes oder noch grösseres Käferholzaufkommen überlasten die Nadelholzmärkte, bzw. die Holzindustrie. Eine Lösung ist nicht in Sicht.   Bayern – Trotz der kühlen Temperaturen im Mai wurde zum Ende des 2. Quartals in vielen Regionen Bayerns ein kontinuierlicher Käferholzanfall gemeldet. Die entstandenen Schneebruchmengen aus dem 1. Quartal 2019 wurden teilweise deutlich unterschätzt und sorgen zusätzlich für ein erhöhtes Risiko bei der Verbreitung von Kupferstecher und Buchdrucker. In einigen Hochgebirgslagen konnte aufgrund der extremen Schneemengen erst ab Ende Mai/Anfang Juni mit den Aufarbeitungen begonnen werden. Eine flächendeckende Beseitigung der Schäden ist aufgrund der weiten Verstreuung und dem teilweise nur fussläufig zugänglichem Gelände noch nicht abschliessend erfolgt. Der Frischholzeinschlag ist in allen Besitzarten weitestgehend zum Erliegen gekommen und wird nur bei vertraglichen Verpflichtungen oder für Sondersortimente mit entsprechenden Preisen durchgeführt. Abgesehen von einzelnen längerfristigen Verträgen wurden die Nadelholzpreise wiederholt nach unten korrigiert. Für frische Fichtenabschnitte (FL1 B/C; 2b) ergab sich je nach Region und Besitzart eine relativ weite Preisspanne zwischen 55,00 und 70,00 € pro Festmeter frei Waldstrasse. Langhölzer in guter Qualität (L3 B; 2b) konnten vereinzelt zu Preisen von deutlich über 80,00 € pro Festmeter vermarktet werden. Für bereits verfärbte und überlagerte Käferhölzer wurden Abschläge zwischen 25,00 und 30,00 € pro Festmeter erhoben, was in einigen Regionen Auszahlungspreise von 25,00 bis 30,00 € in der Stärkeklasse 2b (20,00 bis 25,00 € in der Stärkeklasse 2a) bedeutete und eine kostendeckende Aufarbeitung teilweise nicht mehr ermöglichte. Kiefernabschnitte waren aufgrund des erhöhten Fichtenanfalles vielerorts nur schwer zu vermarkten, Preisniveau im Leitsortiment (Fö L1 B/C; 2b) zwischen 55,00 und 65,00 € pro Festmeter frei Wald.

In Baden-Württemberg viele Altbuchen erkrankt – In Baden-Württemberg ist die Baumart Buche durch die Dürreperioden der letzten Jahre so stark geschwächt, dass viele von ihnen aufgrund von Wassermangel absterben oder massiv von Pilzen oder Schadinsekten befallen werden. Bereits zum Ende der ersten Jahreshälfte 2019 ist in Baden-Württemberg mit über 50.000 m³ mehr Dürre- und Insekten-Schadholz bei der Baumart Buche zu verzeichnen, als im gesamten Jahr 2004, dem Folgejahr nach dem Extremsommer 2003. Es wird vor einer zunehmenden Gefahr für Waldbesucher durch plötzlich herabfallende dürre Äste gewarnt. Aufgrund der Gefahrensituation könne es auch zur zeitweisen Absperrung einzelner Wege bis hin zu ganzen Waldgebieten kommen.   Österreich Aufgrund der anhaltenden Kalamitätsholzanfälle im In- und Ausland befindet sich der Fichten-Sägerundholzpreis seit dem 2. Quartal 2018 im freien Fall. Auch im 3. Quartal 2019 haben die Preise neuerlich nachgegeben. Insbesondere beim Schadholz ist eine kostendeckende Bereitstellung für den Absatz in Österreich häufig nicht mehr möglich. Daher werden verstärkt alternative Möglichkeiten der Vermarktung – zum Beispiel im Export nach China oder über die Abgeltung von Ökosystemdienstleistungen- gesucht. Die Lager der österreichischen Sägeindustrie sind trotz Einschnitt an der Kapazitätsgrenze überreichlich mit Nadelsägerundholz befüllt. Teilweise werden verfügbare Rundholzmengen nicht mehr beboten. Die Zufuhr verläuft meist streng kontingentiert, wodurch es zu einem stark verzögerten Abtransport des zeitgerecht bereitgestellten Holzes kommen kann. Daher müssen die Bloche entweder weit ausserhalb des Waldes gelagert oder bekämpfungstechnisch behandelt werden. Die üblichen Wartungsstillstände über die Sommermonate werden die Situation zusätzlich erschweren. Die Preise haben österreichweit erneut nachgegeben und liegen für das Leitsortiment Fichte B, 2b zwischen € 64,- und € 83,- je fm. Die Die Preise für CX und C/D-Sortimente liegen im Mittel bei € 40/fm und € 50/fm, in den Hauptschadensgebieten mit hohem Käferholzanfall mit € 30-35/fm aber noch teils deutlich darunter. Die Aufnahmefähigkeit der Sägeindustrie ist erschöpft.

Italien/Levante Italien-Veltlin:  Die Schweizerischen Rundholzlieferungen nach Italien/Veltlin sind früher als in anderen Jahren eingestellt worden. Lieferungen können frühestens ab Ende August/Anfang September wieder aufgenommen werden. Dies meist nur von der angestammten, langjährigen Kundschaft.  Norditalienische Sägewerke beziehen zu  sehr günstigen Konditionen Holz aus den Sturmgebieten des Trentino. Schnittwaren werden aktuell zudem zu sehr tiefen Preisen von österreichischen und deutschen Sägewerken geliefert.

Levante: Hohes Angebot trifft auf zurückhaltende Nachfrage – Mitteleuropäische und skandinavische Schnittholzexporteure rechnen damit, dass die schwierigen Marktverhältnisse in der Levante und dem Nahen Osten weiter anhalten werden. Es sind bisher nur wenige Anzeichen zu erkennen, die einen nennenswerten Anstieg der Nachfrage oder auf eine bessere Zahlungsmoral auf Seiten der Importeure schliessen lassen. Gleichzeitig ist das Schnittholzangebot aus Mittel-und Nordeuropa sowie aus Osteuropa inkl. Russland ungebremst sehr hoch, was zu einem anhaltenden Druck auf die Preise führt. Spotangebote verstärken diese Entwicklung.

Schweden – Finnland – Norwegen – Dänemark Norwegen: Preisdruck bei Fichtenstammholz hält an – hohes Kalamitätsholzaufkommen reduziert die Möglichkeiten für Rundholzexport. Die hohen Kalamitätsholzmengen in Mitteleuropa haben mittlerweile auch für norwegische Anbieter die Exportmöglichkeiten in europäischen Gebiete deutlich reduziert. Weitere Auswirkungen auf den norwegischen Rundholzmarkt haben die grossen Käferholzmengen in Schweden und die aktuell schwierige Situation auf den Absatzmärkten für Fichtenschnittholz. Die skandinavische Holzindustrie verfügt aktuell über überdurchschnittliche Rundholzvorräte.   Holzmarkt Schweiz - Ostschweiz – Aussichten und Empfehlungen Nadelrundholzmarkt in der Schweiz weiterhin gesättigt - In der Schweiz zeigen sich Waldbesitzer wie Holzverarbeiter einig, dass die Bekämpfung der Waldschäden und die rasche Verarbeitung des anfallenden Käferholzes jetzt an erster Stelle stehen müssen. Beide Parteien empfehlen weiterhin Preisstabilität, rechnen jedoch mit deutlich sinkenden Preisen bei den schlechteren Sortimenten. Von den Borkenkäfern sind Einzelbäume aber auch ganze Bestände befallen. Unter den Zwangsnutzungen befinden sich ausserordentlich viele Weisstannen, die infolge von Trockenheit und Befall durch den krummzähnigen Weisstannenborkenkäfer abgestorben sind. Auch bei der Kiefer und Lärche hat die Waldwirtschaft mit Ausfällen zu kämpfen. Erhöhte Schadholzmengen werden auch beim Laubholz beobachtet.

Buchdruckerinformationen 16.7.19–Prognosen für Mittelland-Ost inkl. Kt. Zürich 2019 (www.borkenkäfer.ch)   HOMAKO-Ostschweiz-Medienmitteilung vom 2.7.19 -  Aktueller Käferholzanfall übersteigt die Verarbeitungskapazitäten stark - Die Waldholzlager mit letztjährigem Sturm- und Käferholz wurden inzwischen grossmehrheitlich abgebaut. Gemäss Umfrageergebnissen lagern in der Ostschweiz (SG/FL, AR/AI/TG/ZH/SH) noch rund 50'000 Festmeter unverkauftes Holz, was rund einem Monatsbedarf der Industrie entspricht. Die Sägewerke sind gut bis sehr gut mit Rohstoff versorgt.  Die Auftragslage wird als zufriedenstellend bezeichnet und dürfte weiterhin so bleiben. Sortimente in minderen Qualitäten sind aufgrund des hohen Angebotes preislich stark unter Druck. Die Borkenkäfer waren dank der kühl-feuchten Witterung bis vor kurzem noch nicht so aktiv wie angenommen. Es ist jedoch eine hohe Populationsdichte vorhanden, und aktuell breitet sich der Käfer sehr schnell aus. Aufgrund der aktuellen Versorgungslage der Werke und der rasch steigenden Käferholzmengen, muss davon ausgegangen werden, dass in den nächsten zwei Monaten so viel Käferholz anfällt, dass die Werke nicht in der Lage sein werden, dieses laufend zu übernehmen. Damit der Forstschutz trotzdem gewährleistet werden kann, haben die Kantone Massnahmen getroffen. Zunehmend breitet sich auch der Borkenkäfer bei der Weisstanne stark aus. Je nach Region hat der Befall stark zugenommen und gefährdet die Weisstannenbestände. Hier muss der Forstschutz nun auch auf diese Baumart ausgeweitet werden.

Borkenkäfer im Kanton Zürich - Information der Abt. Wald, Kt. Zürich an die Reviere

- 19.7.19 Die Borkenkäferkalamität auf der Fichte hat sich entsprechend dem Entwicklungszyklus der Käfer in den letzten Wochen akzentuiert. Der gebietsweise sehr grosse Befall stellt den örtlichen Forstdienst vor Herausforderungen bezüglich des zeitgerechten Entfernens befallener Bäume sowie bezüglich der schwierigen Situation auf dem Holzmarkt. Diesen ausserordentlichen Leistungen gehört grösster Respekt und ich danke allen Beteiligten herzlich für Ihren Einsatz! Die Situation ist zudem sehr belastend für Förster, Betriebe und Waldeigentümer, wenn jahrzehntelange Arbeit innert weniger Wochen zunichte gemacht wird. Für die damit verbundene Enttäuschung habe ich grosses Verständnis! - Es ist jedoch wichtig, dass wir dennoch das Ziel unserer Bemühungen nicht aus den Augen verlieren: Die Begrenzung der Folgeschäden. Trotz sehr unbefriedigenden Holzpreisen und letztlich kaum lückenlos möglicher Bekämpfung, müssen wir uns darauf konzentrieren, was wir in dieser Situation bestmöglich tun können, und mit vertretbarem Aufwand bzw. den vorhandenen Ressourcen die richtigen Schwerpunkte setzen - immer mit Rücksicht auf die eigenen Kapazitäten und Grenzen! Vor diesem Hintergrund trat letzte Woche die Führungsgruppe Wald zusammen (WaldZürich, VZF, Abt. Wald, Zürich Holz AG). Zudem trafen sich gestern in Winterthur besonders betroffene Forstreviere zu einer Lagebesprechung. Aus diesen Gesprächen leitet sich folgendes Vorgehen ab:
1. Der Borkenkäfer auf der Fichte wird im Kanton Zürich weiterhin bekämpft. 2. Waldeigentümer bzw. Bewirtschafter werden im bisherigen Rahmen weiterhin finanziell unterstützt (siehe unser Mail vom 24. April 2019; alle Massnahmen weiterhin gültig).
3. Weiterhin werden wir uns beim Vollzug der gesetzlichen Vorgaben (Art. 27a WaG, § 18 KaWaG) auf Fälle konzentrieren, in welchen relevante Folgeschäden zu erwarten sind (umgehender Beizug des Kreisforstmeisters!). In Gebieten mit sehr intensivem Käferbefall müssen - wie bereits mitgeteilt - Prioritäten gesetzt werden. In solchen Fällen (Wirkung von Massnahmen fraglich) entscheiden Revierförster und Kreisforstmeister gemeinsam über das weitere Vorgehen. Bei Abwesenheit des Kreisforstmeisters könnt ihr euch an die Abteilung Wald wenden. Mögliche Kriterien zur Priorisierung finden sich im beiliegenden Faktenblatt.
4. Zur Abdeckung von Arbeitsspitzen wird eine verstärkte Zusammenarbeit unter den Revieren / Betrieben sowie ein verstärkter Beizug von Unternehmern notwendig sein. Die Kreisforstmeister können weiterhin bei der Koordination helfen. Koordinierte Aufträge können einen Beitrag zur Kostenreduktion leisten, wobei Boden- und bestandesschonende Holzernte natürlich grosse Priorität behalten muss. Das beste Verfahren ist im Einzelfalle abzuwägen. Im Anhang findet ihr eine Liste mit Unternehmern aus dem Kanton Zürich und Umgebung, eine weitere Liste findet sich unter http://www.fus-efs.ch/startseite/mitglieder/).
5. Die Wiederherstellung der Flächen wird nach der bereits kommunizierten Richtlinie Jungwaldpflege inkl. Anhang unterstützt (https://aln.zh.ch/internet/baudirektion/aln/de/wald/formulare_merkblaetter.html). Die Abteilung Wald wird zudem weitere Möglichkeiten prüfen.
6. Zur Unterstützung / Entlastung der Revierförster könnt ihr euch jederzeit beim Forstkreis oder der Abteilung Wald melden! - Dies auch, wenn ihr solche Unterstützung anbieten könnt. Für die Meldung benutzt bitte angehängtes Formular, danke! - Ihr dürft euch jederzeit ohne zu zögern melden, bevor euch die Situation über den Kopf wächst!
7. Die Zürich Holz AG hat bereits kommuniziert, dass ab sofort ein Absatz grösserer Mengen Schadholz nach Asien möglich ist. Trotz den wenig erfreulichen Preisen, stellt dies letztlich eine wirksame Entlastung des angestammten Marktes sowie der Holzlager dar. Zudem trägt dies zu einer möglichst raschen Normalisierung des regionalen Absatzes bei. Weiter wird aktuell ein Nasslager im Raum Ossingen für hochwertige Sortimente errichtet, welches voraussichtlich anfangs September 2019 in Betrieb gehen wird. Weitere Infos folgen.
8. Zur Entlastung der Privatwaldeigentümer kann den Gemeinden - wo noch nicht geschehen - empfohlen werden, Rüst- und Transportkosten vorzufinanzieren und/oder auf die Weiterverrechnung bestimmter betrieblicher Aufwendungen (z.B. Einmessen) in der aktuellen Situation zu verzichten.
9. Zur Information der Privatwaldeigentümer ist auf http://www.zueriwald.ch/servicemenu/news/ eine Mitteilung publiziert, welche auch in den Revieren verwendet werden kann.
10. Die Verwendung von Käferholz in Holzbauten - insbesondere solche der öffentlichen Hand - ist angesichts der grossen Mengen einheimischen Holzes auf dem Markt ein Gebot der Stunde!

Übriger aktueller Holzmarkt Laubstammholz: Der Laubholzmarkt ist bereits seit einiger Zeit abgeschlossen. Eschen Qualität BC, 27 cm + und Eichenrundholz Qualität BC 30cm + können aber den ganzen Sommer laufend übernommen werden.

PN-PL SwissKrono – innerhalb der Kontingente kann laufend verladen werden Schleifholz Alpilegno: ab sofort und bis auf weiteres kann dieses Sortiment nicht mehr übernommen werden. 

Um flexibel zu sein und auf Nachfragen der Industrie für Frischholz reagieren zu können, sind Holzschläge vorzubereiten und auf Abruf bereit zu halten.

Bedarfs-Aussichten für das dritte  Quartal 2019

• Fichten/Tannen-Rundholz - Frischholz auf Bestellung und zu festen Preisen   
• Fichten/Tannen-Käferholz - Absatz abklären, Exportmöglichkeiten vorhanden
• Käferholz-China-Sortiment - Bedarf bis auf weiteres sehr hoch
• Lärchenrundholz A/AB/B - Bedarf sehr gut
• Föhren-Rundholz - keine Nutzung von schönen Erdstämmen mehr
• Eichenrundholz BC > 30 cm - Übernahme laufend
• Eschen Rundholz BC  > 27 cm - Übernahmen laufend
• Buchen Rundholz BC > 40 cm - ab September 2019 
• Ahorn Rundholz und a. LB BC > 30 cm -im Moment keine Übernahmen
• Schleifholz 3.00 m Alpilegno - bis auf weiteres keine Übernahmen mehr
• Industrieholz PN/PL - Abfuhr kontingentiert gem. Lieferverträgen
• Energieholz Aubrugg - Übernahme gem. Disposition HHKW

Empfehlung  

Nadelholzbestände weiterhin regelmässig kontrollieren, Käferholz laufend aufrüsten und dem Markt zuführen oder auf Polter ausserhalb des Waldes lagern. Aufrüstungsbestimmungen beachten, sauber aufrüsten und sortieren. Schöne Sortimente sind von den Massensortimenten getrennt zu lagern.
- Gem. Empfehlung ZürichHolz AG sauber aussortieren
- Auf ihren Wunsch erstellt die ZürichHolz AG für sie eine Sortimentsliste
- Schöne unverblaute Erdstämme sofort melden – keine Einzelstämme. Allenfalls mit Nachbarrevier absprechen damit mind. ½ LKW bereit steht. Evtl. zentralen Lagerplatz für mehrere Reviere. 
- Aus Kontrollzwecken - bei Poltern für Werksvermessung immer Stückzahlen angeben

Einzelheiten zu den Sortimenten, Preisen und andere Fragen zur Aufrüstung und Vermarktung bitte auf der Geschäftsstelle nachfragen. Die ZürichHolz AG hat die verschiedensten Absatzkanäle für sämtliche Waldsortimente. Gerne sind wir für sie da und beraten Sie auch in ihrem Holzschlag. 

© ZürichHolz AG, 22. Juli 2019

© 2019, WaldZürich, VZF, Redaktion Zürcher Wald, Abt. Wald