Holzmarktbericht Nr. 3 vom 17. Mai 2019

 

 

Finanzen Schweiz - Europa – International

Lagebeurteilung der SNB vom 21.3.2019: Die SNB belässt den Zins auf Sichteilagen bei der SNB bei – 0.75 % und das Zielband für den 3 Monats-Libor bei -1.25 % bis 0.25 %. Die SNB bekräftigt, sie bleibe bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv. Der Franken ist weiterhin hoch bewertet und die Lage am Devisenmarkt zeigt sich weiterhin fragil. Der Negativzins und die Bereitschaft der SNB, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, dient dazu, die Attraktivität von Anlagen und Franken tief zu halten und den Druck auf den Franken zu verringern.  Diese Geldpolitik verfolgt das das Ziel, die Preisentwicklung zu stabilisieren und die Wirtschaftsaktivität zu unterstützen. Allerdings stellt das tiefe Zinsniveau Teile der Schweizer Wirtschaft wie Pensionskassen und Lebensversicherungen vor grosse Herausforderungen und hat Nebenwirkungen, etwa am Immobilienmarkt. Trotzdem liegt die jetzige Geldpolitik im Gesamtinteresse der Schweiz.

Die Schweizer Wirtschaft entwickelt sich weiterhin vergleichsweise robust, kann sich der Abkühlung der globalen Konjunktur aber nicht entziehen. Insbesondere der Aussenhandel dürfte sich im laufenden Jahr schwächer entwickeln, was sich auch auf die Investitionstätigkeit und damit auf das verarbeitende Gewerbe niederschlägt.  Verschiedene Institute haben  seit Jahresbeginn ihre Prognosen für das Schweizer Wirtschaftswachstum für 2019 reduziert.

USA-China – Trump verschärft Handelskrieg mit China. Die Verhandlungen mit der Chinesischen Regierung kämen zu langsam voran, begründet Trump seine neuerliche Eskalation des Konflikts. Auf dem US-Arbeitsmarkt hält der Boom weiter an. Nicht nur entstanden viele neue Arbeitsplätze, auch die Arbeitslosigkeit fiel auf den tiefsten Stand seit 50zig Jahren.   Europa – schwächeres Wirtschaftswachstum in der Eurozone. Die Erwartungen in Europa wurden schon Anfangs Jahr von 1.9 % auf 1.3 % heruntergeschraubt. Gründe sind vor allem die Abkühlung der Weltwirtschaft und zunehmende internationale Handelskonflikte, vor allem zwischen der USA und China.

Internationale Holzmärkte

Laubschnittholz-Exporte der USA eingebrochen – Die Laubschnittholz-Exporte der USA betrugen im ersten Quartal 847.000 m³, das sind 21% weniger als im ersten Quartal 2018, wie der US-Außenhandelsstatistik zu entnehmen ist. Hauptursache dafür ist der 40%-ige Rückgang der Lieferungen nach China. Die Lieferungen der USA in die 28 EU-Länder waren bis Ende März dieses Jahres mit 85.800 m³ 1% geringer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Deutschland: Umweltminister für Förderung des öffentlichen Holzbaus – Die Umweltminister der Länder bitten die Bundesregierung, die Mittel der Städtebau- und Wohnungsförderung darauf auszurichten, dass die Nutzung des Baustoffes Holz gestärkt wird und Kommunen vermehrt auf den Baustoff Holz setzen. So ist es dem Protokoll der Umweltministerkonferenz, die am 10. Mai in Hamburg stattfand, zu entnehmen. Die nachhaltige Verwendung des als Ökorohstoff bezeichneten Holzes als Baustoff trage dazu bei, dass energieintensive Baustoffe wie z.B. Beton ersetzt (Materialsubstitution), fossile Brennstoffe eingespart (Energiesubstitution) und Treibhausgase in Holzprodukten langfristig gespeichert würden (Holzproduktespeicher). Weiter wird die Bundesregierung um Prüfung gebeten, inwieweit über die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) und die Förderoptionen im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) hinausgehende Förderansätze für Kommunen geschaffen werden können. Zudem bitten die Umweltminister der Länder die Bundesregierung, Anschlussregelungen zum Erhalt bzw. zur Weiterentwicklung von Erneuerbare-Energien-Bestandsanlagen vorzusehen.

Wald soll in EU-Langfristklimastrategie aufgenommen werden - Rheinland-Pfalz setzt sich bei der anstehenden Umweltministerkonferenz dafür ein, dass «der Wald als Kohlenstoffsenker» in die EU-Langfristklimastrategie aufgenommen wird, ebenso Holz als nachhaltiger Rohstoff. Dies erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken. Man strebe an, dass sich der Bund auf EU-Ebene für eine Netto-Treibhausgas-Neutralität bis 2050 und dabei auch die europäischen Wälder stark macht. «Der Wald ist CO2-Speicher. Aber er ist derzeit bedroht – wir sehen die Schäden an den Bäumen, und sie sind klimagemacht. Denn Schädlinge wie der Borkenkäfer breiten sich an von Trockenheit geschwächten Bäumen stark aus. Darum appellieren wir an den Bund, sich europaweit für eine nachhaltige Aufforstung einzusetzen.»

Deutschland: Seit Ostern starker Schwärmflug der Borkenkäfer - Aufgrund der milden Temperaturen hat über die Ostertage der erste starke Schwärmflug der Borkenkäfer eingesetzt. Damit hat der erste Schwärmflug in weiten Teilen Deutschlands nicht ganz so früh eingesetzt wie im Jahr 2018, im Vorjahr hatte die erste Schwärmwelle teilweise bereits 8-10 Tage früher begonnen. Der aktuelle Kälteeinbruch wird die Intensität zwar bremsen, die insgesamt kritische Forstschutzsituation aber nicht nennenswert entspannen. Nach Angaben der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) konnten in einigen Fallen in der vergangenen Woche bereits über 3.000 Buchdrucker und 10.000 Kupferstecher gezählt werden. Bei den jetzt fliegenden Käfern handelt es sich um die überwinternden Altkäfer als auch um fertig entwickelten Jungkäfer der 3. Generation des Jahres 2018. Entsprechend dem Witterungsverlauf beschreibt die LWF die Schwärmwelle als sehr kompakt. Stehendbefall ist nach Einschätzung der LWF damit bereits jetzt möglich. Gefährdungsstufen bestehen aktuell für Teile Südostbayerns und Nordbayerns. Laut der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg hatten Temperaturen über 16° C bis in die Hochlagen des Schwarzwaldes zu einem ersten Ausschwärmen geführt, ohne dass es dadurch bereits zu stärkerem Stehendbefall gekommen wäre. Mit dem Beginn des Hauptschwärmfluges und einem damit verbundenen Stehendbefalls wird zumindest in den höheren Lagen nicht vor Mitte Mai (KW 19) gerechnet Vermehrte Exporte von Fichtenrundholz nach Asien – Seit dem Spätsommer 2018 sind erstmals wieder Fichtenrundholzlieferungen nach China aufgenommen worden. Die Zahl der Exporteure hat sich dabei stark erhöht.   Zwischenzeitlich werden von diesen Unternehmen bis zu 400 Container pro Woche verladen. Die Einkaufspreise der Rundholzhändler haben gegenüber dem Herbst bereits nachgegeben. Während im Herbst noch rund Fr. 50-55/fm ab Wald bezahlt wurde sind sie mittlerweile auf Fr. 45-50/fm gefallen.  Franko Seehafen China werden die Preise mit Fr. 115-135/fm angegeben. Die Verfügbarkeit der Container lassen eine Erhöhung der Frachtkosten befürchten und damit ein weiterer Druck auf die Preise ab Waldstrasse.  

Österreich-Italien Österreichs Holzeinschlag 2018 mit über 50% Schadholz – Österreichs Holzeinschlag 2018 betrug insgesamt 19,2 Mio. Fm, das sind fast 9% mehr als 2017. Die Schadholzmenge hat dabei einen neuen Rekordwert von rund 10 Mio. Fm erreicht. Diese Menge setzt sich zusammen aus einer noch nie dagewesenen Menge an Borkenkäferholz in Höhe von 4,3 Mio. Fm, 5 Mio. Fm Schadholz aus Sturm-, Eis- und Schneeschäden sowie 0,63 Mio. Fm sonstige Schäden. Das berichtet der Verband Land- und Forstbetriebe Österreich. Weiter teilt der Verband mit, dass Österreich 2018 rund 7,3 Mio. Fm Nadelsägerundholz importierte, das sind 19% mehr als 2017. Hauptlieferländer waren Tschechien und Deutschland. Der Jahresdurchschnittspreis für frisches Nadelsägerundholz sank 2018 im Vergleich zu 2017 von 89,6 Euro/Fm auf 85,6 Euro/Fm, so teilt der Verband mit.

Der Nadel-Sägerundholzmarkt ist mit Ausnahme der Lärche und stärkerer Tanne in Vorarlberg nicht mehr aufnahmefähig. Kalamitätsgetrieben sind sowohl werksinterne als auch allfällige externe Rundholzlager der österreichischen Sägeindustrie zur Gänze gefüllt. Der Anlieferungsdruck ist jedoch aus dem In- und Ausland aufgrund anhaltender Borkenkäfer- und sonstiger Schadholzaufarbeitung groß. In Kombination mit einer durchwegs kontingentierten Zufuhr wachsen die Waldlager vor allem in den Schadensgebieten wieder rasch an. Als Reaktion auf die prekäre Situation haben die Sägewerke die Preise mit Beginn des zweiten Quartals auch außerhalb der Kalamitätsgebiete um bis zu zehn Euro je FMO drastisch abgesenkt. Rundholzhändler liegen häufig noch deutlich unter dem allgemein niedrigen Preisniveau und gewähren zudem oft nur mehr Tagespreise. Die Normalnutzung ist vor allem im Kleinwald auf niedrigstem Niveau.

Italien In Italien ist die Situation zur Bewältigung der Sturmholzmengen sehr schwierig. Gemeinden und Forstbetriebe versuchen derzeit, ihr Holz um jeden Preis loszuwerden. Grössere Mengen angebotenen Holzes (ab Stock) blieben bisher unverkauft. Bis alles Stumholz (12-15 Mio-fm) aufgearabeitet und verkauft ist, dürfte es mehr als zwei Jahre dauern. Die Abfuhr von aufgerüstetem Holz läuft dagegen nur sehr schleppend. Neben den fehlenden Sägereikapazitäten fehlen oft auch Kapazitäten für den Holztransport. Aktuell kommen gute Qualitäten auf den Markt. Es ist aber ein Rennen gegen die Zeit – gegen den Verlust der Holzqualität. Es ist auch schwierig abzuschätzen, ob und wie sich der Borkenkäfer in diesen Flächen ausbreitet. 

Schweden – Finnland – Norwegen – Dänemark: Schweden hat sein Kontrollgebiet für Borkenkäfer ausgeweitet. Das verstärkte Auftreten von Borkenkäferschäden hat die Schwedische Forstbehörde veranlasst, die bisherigen Borkenkäferkontrollgebiete auszuweiten. Für die Kontrollgebiete gelten höhere Sorgfaltspflichten für Waldbesitzer sowie gesonderte Regelungen beim Anfall von sonstigen Waldschäden. Rückläufige Fichtenstammholzpreise in Schweden – Die Aufarbeitung von Schadholz für zu einem starken Anstieg des Rundholzaufkommens. Im laufenden Quartal ist mit einer lebhaften Einschlagtätigkeit zu rechnen. Die Steigerung der Holzeinschlagtätigkeit wird auf die Borkenkäfer- und Trockenschäden (2018 rund 4 Mio fm) sowie auf die Schäden des Wintersturms «Alfrida» vom Januar zurückgeführt.

Holzmarkt Schweiz - Ostschweiz – Aussichten und Empfehlungen

Buchdruckerinformationen – Prognosen für Mittelland-Ost inkl. Kt. Zürich 2019 (www.borkenkäfer.ch)    

Aufgrund des milden Winters konnten sehr viele Käfer den Winter schadlos überstehen und werden dieser Tage ausschwärmen. Das heisst, dass Trotz Kälteeinbruch in der ersten Maihälfte nicht mit einer Entspannung der Borkenkäfersituation gerechnet werden kann. Der erste Befall wird daher im Kt. Zürich je nach Höhenlage mitte April bis Ende Mai erwartet. Die Förster und Waldbesitzer sollten daher die Fichtenbestände regelmässig auf Befall kontrollieren. Nur mit der konsequenten Bekämpfung der ersten Generation kann die erste Generation wirksam bekämpft werden.  

Schweizer Holzmarkt: Die Situation auf dem Schweizer Holzmarkt ist sehr unterschiedlich. Der Osten der Schweiz und da vor allem die Kantone Zürich und Thurgau, aber auch in den Kantonen der Innerschweiz und dem Kt. Bern liegen noch grössere Mengen von Käfer- und altem Sturmholz. Der Frischholzeinschlag ist in den Mittellandbetrieben um einiges tiefer ausgefallen als in den Vorjahren. Im Moment können vermutlich die meisten Sägereien mit genügend Frischholz beliefert werden. Gute Holzqualitäten, darunter auch Tanne ab Särkeklasse 4b + werden sehr rege nachgefragt.     Laubstammholz: Der Laubholzmarkt ist bereits seit einiger Zeit abgeschlossen. Eschen Qualität BC, 27 cm + und Eichenrundholz Qualität BC 30cm + können aber den ganzen Sommer laufend übernommen werden.

PN-PL SwissKrono – innerhalb der Kontingente kann laufend verladen werden Schleifholz Alpilegno: ab sofort und bis auf weiteres kann dieses Sortiment nicht mehr übernommen werden. 

Käferholz - Sommer/Herbst 2019: Gemäss Weisung der Abt. Wald d. Kt. Zürich (24.4.2019) soll die Käferpopulation auch 2019 konsequent bekämpft bzw. eingedämmt werden. Der Kanton Zürich unterstützt wiederum Sondermassnahmen zur Bekämpfung des Borkenkäfers, wenn das befallene Holz nicht vor dem Ausfliegen der Käfer einer Verwendung zugeführt werden kann. Wie erwähnt, muss in den kommenden Wochen im Kt. Zürich mit frischem Käferholz gerechnet werden. Da fast sämtliche Sägereibetriebe sehr gut bevorratet, bzw. übervoll sind, kann nicht gewährleistet werden, dass das Käferholz laufend aus dem Wald abgeführt kann. Die ZürichHolz AG empfiehlt den Förstern Käferholz auf die angesprochenen Freiland/Wiesenpolter vorzuführen. Sehr wichtig ist, dass das Holz sehr gut aussortiert wird. D-Holz ist konsequent auszusortieren und nicht mit BC Sortimenten zu mischen.  Schöne Erdstämme breit auslegen und sofort zu Abfuhr melden. Können AB-Stämme schnell abgeführt und eingeschnitten werden, kann eine Verblauung und damit eine Wertverminderung verhindert werden.

Um flexibel zu sein und auf Nachfragen der Industrie für Frischholz reagieren zu können, sind Holzschläge vorzubereiten und auf Abruf bereit zu halten.

Bedarfs-Aussichten für das erste-zweite Quartal 2019

• Fichten/Tannen-Rundholz- Frischholz auf Bestellung und zu festen Preisen
• Fichten/Tannen-Käferholz- Absatz abklären, Exportmöglichkeiten beschränkt
• Lärchenrundholz- Bedarf sehr gut
• Föhren-Rundholz- keine Nutzung von schönen Erdstämmen mehr
• Eichenrundholz BC > 30 cm - Übernahme laufend • Eschen Rundholz BC  > 27 cm - Übernahmen laufend
• Buchen Rundholz BC > 40 cm -im Moment keine Übernahmen
• Ahorn Rundholz und a. LB  BC > 30 cm- im Moment keine Übernahmen
• Schleifholz 3.00 m Alpilegno - bis auf weiteres keine Übernahmen mehr
• Industrieholz PN/PL - Abfuhr kontingentiert gem. Lieferverträgen
• Energieholz Aubrugg - Übernahme gem. Disposition HHKW

Empfehlung  

- Nadelholzbestände weiterhin regelmässig kontrollieren, Käferholz laufend aufrüsten und dem Markt zuführen oder auf Polter ausserhalb des Waldes lagern.
- Aufrüstungsbestimmungen beachten, sauber aufrüsten und sortieren. Schöne Sortimente sind von den Massensortimenten getrennt zu lagern.
- Käferholz sep. lagern – nicht mit Frischholz mischen. D-Rotholz ebenfalls sep. lagern
- Auf ihren Wunsch erstellt die ZürichHolz AG für sie eine Sortimentsliste
- Wenn das Holz nicht in Grosssägewerke geliefert wird, ist eine Holzliste zu erstellen. Holzlisten ermöglichen vor allem bei Kleinpoltern eine genaue Mass und Qualitätsermittlung und damit auch eine schnelle Verrechnung, bzw. Abrechnung und Auszahlung an den Waldbesitzer.
- Aus Kontrollzwecken bei Poltern für Werksvermessung immer Stückzahlen angeben
- Holz über ZürichHolz AG vermarkten

 

© ZürichHolz AG, 17. Mai 2019

© 2019, WaldZürich, VZF, Redaktion Zürcher Wald, Abt. Wald